Jan 26 2012

Der Tag der Einnahme Granadas

Category: Granada,Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 10:46

Militärparade zum Gedenken an die Einnahme Granadas

Militärparade zum Gedenken an die Einnahme Granadas

Am Tag der Einahme Granadas gedenkt die andalusische Stadt einem Ereignis, das mehr als 500 Jahre zurückliegt: Man feiert den Tag der Einahme der Stadt durch die Katholischen Könige, der auch gleichzeitig das Ende der Renconquista bedeutete. So ist der 2. Februar jedes Jahres ein wichtiger Tag für die Granadiner.

Die Feierlichkeiten beginnen zu früher Stunde am Morgen mit einer Prozession des königlichen Banners, das von einem offiziellen Kommitee bestehend aus Bürgermeister, Stadträten und Repräsentanten der Kirche und des Militärs begleitet wird. Jedes Jahr schauen sich die Granadiner an, wie das Gefolge zur Alhambra und von dort zur Capilla Real wandert, wo der Bürgermeister eine Blumengabe ablegt und anschließend der Erzbischof von Granada eine Messe abhält. Nach der Messe begleiten die Granadiner das Gefolge zum Plaza de Carmen, wo die Feierlichkeiten weitergehen.

Der Nasriden Herrscher auf dem Weg zur Übergabe der Stadtschlüssel

Der Nasriden Herrscher auf dem Weg zur Übergabe der Stadtschlüssel

Der Tag der Einnahme mit seiner ganzen Geschichte ist nicht nur ein Tag an dem die Granadiner einem historischen und für die Stadt wichtigen Ereignis gedenken. Jedes Jahr nutzen Rechte den Tag, um ihre extremistischen Konzepte zu propagieren. Dies deshalb, weil an diesem Tag die Befreiung von den Mauren gefeiert wird, die immer noch Einfluss auf das Stadtbild Granadas haben. Aus diesem Grund hat sich eine Bewegung gegen den Tag der Einahme gebildet die mehr Interkulturalität und Demokratie bei den Feierlichkeiten fordert. So spaltet dieser Tag die Gemüter der Menschen. Obwohl man gemeinsam viel über die Geschichte der Iberischen Halbinsel lernen könnte und natürlich auch über die Granadas.

Wenn Du auch mehr über die Geschichte Spaniens lernen möchtest und Festlichkeiten mit dem Lernen einer Sprache verbinden möchtest, kannst Du einen Spanischkurs oder auch auch einen Kurs zur Geschichte und Kunst Spaniens in der Sprachschule Escuela Delengua machen. Schau einfach mal vorbei.

Schlagwörter: , ,


Jan 12 2012

Einflüsse des Arabischen auf die spanische Sprache

Category: Spanisch,Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 10:40

Im 8. Jahrhundert übernahmen muslimische Herrscher das Zepter in Spanien. Von Morokko her eroberten sie praktisch das ganze Territorium des heutigen Spaniens. Sie blieben mehrere Jahrhunderte. Das sieht man nicht nur in den Strassen der Stadt Granada – an den Bauten, den Moscheen und den arabisch sprechenden Menschen. Auch die spanische Sprache wurde vom Arabischen beeinflusst.

Arabische Einflüsse sind in Granada allgegenwärtig

Arabische Einflüsse sind in Granada allgegenwärtig

!Ojalá! – Hoffentlich! Das spanische Wort wird häufig gebraucht. Es ist eines der vielen Wörter im Spanischen, die aus dem Arabischen stammen. Vor der islamischen Herrschaft existierte es nicht. Die arabischen Wörter machten natürlich einen Entwicklungsprozess durch und veränderten sich häufig. So stammt “Ojalá” zum Beispiel ursprünglich vom Wort “Inschallah”. In arabisch bedeutet das ‘So Gott will’, die moderne Übersetzung ist ‘hoffentlich’. ‘Azafata’ ist ein weiteres Beispiel für ein arabisches Wort, das seinen festen Platz in der spanischen Sprache gefunden hat. Es heisst Flugbegleiterin. Schon vom Klang her mutet das Wort arabisch an.

Die arabische Kultur brachte auch neue Technologien, Bräuche und Werkzeuge mit sich. Da es für diese im Spanischen oft noch kein Wort gab, wurden viele dieser Bezeichnungen direkt übernommen. Auf diese Art wurden Wörter in fast allen Lebensbereichen übernommen, im Staatswesen, in der Kultur, im privaten Haushalt usw. Spanisch ist heute die romanische Sprache mit den meisten Lehnwörtern aus dem Arabischen. Wenn man auch wenig gebrauchte Wörter hinzuzählt sind es um die 4000. Dabei muss man beachten, dass im Laufe der Zeit nach der Herrschaft der Mauren auch viele Wörter wieder aus dem Sprachgebrach verschwanden. Es müssen also enorm viele Wörter gewesen sein.

Eines der wohl auch ausserhalb Spaniens bekanntesten Wörter ist der Ausruf  ‘Olé’. Auch dieses Wort hat einen arabischen Ursprung. Es beutete in seiner ursprünglichen Form etwa ‘Mein Gott’  und wurde benutzt, um Freude und Entzücken über etwas auszudrücken. Im andalusischen Flamenco zum Beispiel ruft das Publikum, wenn immer es besonders von der Darbietung angetan ist, ‘Olé’.

Die Stadt Granada war eine Hochburg der muslimischen Herrscher. Wer hier her kommt kann nicht nur die spanische Kultur entdecken, sondern erhält auch einen Einblick in das faszinierende Erbe der Mauren.

Schlagwörter: , ,


Nov 17 2011

Die Welt ist Sprache – Wer sie kennenlernen will, muss Sprachen lernen

Category: Spanisch lernen,Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 10:33

Die Welt ist Sprache und Sprache ist die Welt. Jedes Ding hat einen Namen, jeder Namen eine Bedeutung. Die ganze Welt ist in Wörter gefasst. Doch haben in fremden Ländern die Dinge andere Namen. Wer die Welt in fremden Ländern kennen lernen will, muss deshalb Fremdsprachen können. Alles klar?

Die Welt ist Sprache

Die Welt ist Sprache

Im Klartext heisst das: Wer Zugang zu einer anderen Kultur finden will, wer eine Kultur verstehen will, der muss auch die im Kulturkreis vorherrschende Sprache können. Quatsch, würd mancher sagen, mit Englisch kommt man überall durch. Neben der Tatsache, dass in Spanien nur wenige Leute Englisch wirklich beherrschen, muss man dagegen ins Feld führen, dass man nur über die Originalsprache ein Volk oder eine Kultur wirklich kennenlernen kann. Die Spanier zum Beispiel sagen als Verabschiedung meistens “Hasta Luego”, zu Deutsch “Bis später”. Allerdings sagt man das auch, wenn man relativ sicher ist, dass man die angesprochene Person nie wieder sieht. Wenn man sich gleich wieder sieht sagt man “Hasta ahora”, also “Bis jetzt”. Das spiegelt ein anderes Zeitverständnis wieder. Bis später kann irgendwann sein, bis jetzt kann bis in einer halben Stunde bedeuten. Durch diese Unterschiede lernt der Sprachschüler eine Kultur kennen. In diesem Falle lernt er die berühmte relaxte Lebensart kennen, in der alles ein bisschen länger dauert und ein “bis jetzt” “bis in einer halben Stunde” bedeuten kann. Die Kultur schlägt sich in der Art sich auszudrücken nieder. Dies nur ein kleines Beispiel unter vielen.

Wir fassen die Welt in Wörter. Alles kriegt einen Namen. Die Sprache ist Intermedium zwischen Mensch und der Welt da draussen. Mit der Sprache erschaffen wir erst unsere Welt. Doch da der Prozess der Namensgebung in jeder Sprachgemeinschaft individuell verlief, haber wir über die Jahrhunderte auch der Welt um uns herum verschiedene Bedeutungen gegeben. Die Spanier haben im Verlauf der Geschichte die Welt mit anderen Augen gesehen als die Deutschen und deshalb ihr via die Sprache auch andere Namen und damit Bedeutungen zugeordnet. Wer diese Welt kennelernen will, muss deshalb Spanisch lernen. Alles klar?

Wenn nicht: Sprachen lernen ist nützlich. Und notwendig für jeden, der eine fremde Kultur richtig kennenlernen will. That’s it. Also ran ans Büffeln.

Schlagwörter: , ,


Nov 03 2011

Pablo Picasso – Ein grosser Künstler aus Andalusien

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 10:32
Pablo Picasso - Ein grosser Künstler aus Andalusien

Pablo Picasso - Ein grosser Künstler aus Andalusien

Andalusien hat viele Künstler hervorgebracht. Pablo Picasso, einer der bedeutensten Maler des 20. Jahrhunderts, hat seine Wurzeln in der Hafenstadt Málaga. Der Andalusier brachte es weltweit zu Ruhm und Anerkennung.

Sein Vater war Maler und förderte die künstlerischen Fähigkeiten seines Sohnes schon früh. Mit acht Jahren malte Pablo Picasso sein erstes Bild, das bis heute bekannt ist. Der ‘Picador’, der eine Szene in einer Stierkampfarena zeigt, markierte den Anfang der Karriere des aussergewöhnlich talentierten Kindes.

Nach dem Studium an Kunstschulen in Barcelona und Madrid und Aufenthalten in Paris beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts Picassos sogenannte ‘Blaue Periode’. Die Reduktion von Form und Farbe auf ein Minimum ist das wichtigste Charakteristika dieser Schaffensperiode. Die dominanten bläulichen Töne liessen Kritiker die entstanden Bilder als melancholisch bezeichnen, gleichzeitig rühmten sie den Maler für sein eigenständiges Schaffen. Picasso erregte erstmals grosse Aufmerksamkeit in der Künstlerszene. Es folgte die ‘Rosa Periode’, in der sich Picasso einige Jahre lang mit neuen, vor allem rosa und orangenen Farbtönen auseinandersetzte. Dann begründetet er zusammen mit Braque den Kubismus. Der zu Beginn stark kritisierte Stil reduziert auf geometrische Formen und Kuben. Er verarbeitete auch afrikanische Einflüsse in diesen Bildern. Später fliessen auch neoklassische und surrealistische Elemente in sein Schaffen ein. Das Minotaurus Motiv faszinierte Picasso schon immer. Schon sein erstes bekanntes Bild zeigte einen  Stierkampf. Der Spanier nahm das Thema wieder auf und verarbeitete es in zahlreichen Bildern. Während des Spanischen Bürgerkrieges Ende der 1930er Jahre entstand das Bild ‘Guernica’. Diese nordspanische Stadt wurde von Franco und den deutschen Verbündeten bombardiert, zahlreiche Zivilisten kamen ums Leben. Picasso, entsetzt über die Ereignisse in Spanien, setzte sich im französischen Exil stark für die Republikaner und damit gegen Franco ein. Das riesige Bild ‘Guernica’ ging als eines der wichtigsten Antikriegsbilder in die Geschichte ein.

Guernica - Ein wichtiges Anitkriegsbild von Picasso

Guernica - Ein wichtiges Anitkriegsbild von Picasso

Picasso wurde zwar in Málaga geboren, besuchte die andalusische Stadt nach seinem Fortgehen allerdings nicht mehr. Trotzdem ist die Stadt für Picasso-Liebhaber eine lohnenswerte Destination, denn hier befindet sich ein Picasso-Museum, das eine grosse Anzahl seiner Werke ausstellt. Die Escuela Delengua in Granada bietet Kurse über die spanische Kunst an. Ebenfalls werden regelmässig geführte Ausflüge in die Umgebung Granadas angeboten.

Schlagwörter: , ,


Okt 06 2011

Islamische Herrscher in Granada 711 – 1492 – Von den Mauren bis zu den Nasriden

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 11:09

Granada ist geprägt von verschiedenen Kulturen. Neben den christlichen und jüdischen Einflüssen hat auch die arabische Kultur unübersehbare Spuren hinterlassen. Denn Granada stand vom 8. bis zum 15. Jahrhundert unter der Herrschaft verschiedener arabischstämmiger Herrscher. Die muslimisch beherrschten Teile Spaniens wurden Al-Andalus genannt, die Geschichte dieses Al-Andalus ist aber von verschiedenen, wechselnden Herrschaften gekennzeichnet.

711 nach Christus drangen die Mauren von Marokko her nach Südspanien. Die Mauren waren eine heterogene Gruppe, die sich aus Berber-Stämmen aus Nordafrika zusammensetzte. Gemeinsam hatten diese, dass sie im 7. Jahrhundert von Arabern isalmisiert wurden und nun zusammen die Iberische Halbinsel eroberten. Bis dahin stand das Gebiet die meiste Zeit unter der Herrschaft von christlich geprägten Völkern. Die Mauren und Araber brachten nach jahrelangen Kämpfen den Grossteil des heutigen Spaniens unter ihre Kontrolle – das Kalifat von Córdoba wurde gegründet (929 – 1031).

Der Islam ist in Granada bis heute sehr präsent

Der Islam ist in Granada bis heute sehr präsent

Nach einer Weile relativer Ruhe brachen Kämpfe zwischen verschiedenen maurischen und arabischen Gruppen aus. Die Kämpfe führten zum Ende des Kalifats. Das Al-Andalus wurde in verschiedene Herrschaftsbereiche aufgeteilt. Granada hatte sich bereits 1012 unter einem Berber-Truppenführer unabhängig gemacht. Diese Ziriden-Dynastie hielt Granada bis 1090 fest im Griff. Unter ihrer Herrschaft kam es zu einem verheerenden Juden-Pogrom, da diese der Verschwörung gegen die etablierten Herrscher beschuldigt wurden. Mit der Massakrierung von ungefähr 4000 Jüdinnen und Juden fand die jüdische Gemeinschaft in Granada im Jahr 1066 ihr vorläufiges Ende.

Inzwischen versuchten die christlichen Spanier von Norden her, Spanien zurückzuerobern. Das Al-Andalus stand unter Druck und rief den Berber-Stamm der Almoraviden aus Nordmarokko zur Hilfe. Mit ihrer Hilfe gelang es, die Spanier schlussendlich bei der Schlacht von Sagrajas zurückzuschlagen. Die siegreichen Almoraviden fassten daraufhin Fuss in Andalusien und hatten es ab 1090 unter ihrer Kontrolle. Der Stamm hatte schon grosse Teile Westafrikas islamisiert, nun setzte er auch im Al-Andalus immer strengere islamische Regeln durch. Der Stamm hatte allerdings mit inneren Fehden zu kämpfen und ein neuer aufstrebender Stamm bedrängte ihn.

Die Almohaden stammten aus dem Hohen Atlasgebirge und standen schon lange mit einer anderen theologischen Auslegung des Islams mit den Almoraviden in Konkurrenz. 1149 brachten sie Granada unter ihre Kontrolle. Bald gelang es ihnen, ihr Reich um ganz Nordafrika zu erweitern. Unter dem Druck der spanischen Rückeroberung und internen Machtkämpfen verlor die Dynastie allerdings nach und nach ihre Macht. 1246 riefen die arabisch-stämmigen Nasriden das Emirat von Granada aus. Die Nasriden-Herrscher kooperierten mit den christlichen Rückeroberern und lösten so die Almohaden ab. Sie sollten die letzten arabischen Herrscher sein, die Granada unter ihrer Kontrolle hatten.

Schlagwörter: , ,


Sep 22 2011

Umgangsformen in Spanien – Tipps für den Sprachaufenthalt

nder andere Sitten - ein Sprachaufenthalt ist auch ein Kulturaustausch

Andere Länder, andere Sitten - ein Sprachaufenthalt ist auch ein Kulturaustausch

Als der Spanisch-Lehrer sich zur scheuen Japanerin hinunterbeugt, um ihr zwei Küsschen zu geben, schreckt diese heftig zurück. Was in Japan äusserst ungewöhnlich ist, ist in Spanien das normalste der Welt. Zwei Küsschen gehören zur Begrüssung zwischen Mann und Frau und unter Frauen – wenns nicht eine speziell formelle Situation ist – immer dazu. Auch wenn diese sich zum erstenmal begegnen. Unter Männern genügt ein Händeschütteln.

Zum Glück sind sich die Lehrpersonen der Sprachschule Delengua in Granada der kulturellen Unterschiede bewusst. Die spanische Kultur zu vermitteln liegt ihnen sehr am Herzen.  So quittieren sie es auch mit einem Lächeln, als die Japanerin am nächsten Tag auf die Frage “¿que tal?” (wie geht’s?) mit einer längeren Beschreibung ihres Gesundheitszustands antwortet. “¿Que tal?” ist mehr eine Floskel, meist genügt ein kurzes “bien” (gut) als Antwort. Will man hingegen mehr über das Wohlbefinden einer Person erfahren, so fragt man “¿Cómo estas?”.

“Señor professor”, setzt die Japanerin  zu einer Frage an und wird abrupt unterbrochen: “Nenn mich Juan!”, ruft der Lehrer. Das ‘du’ mit Vornamen ist in Spanien, besonders im Süden, als Anrede sehr weit verbreitet – in der Sprachschule Delengua in Granada ist man auch mit dem Direktor von Anfang an per du. Ganz allgemein ist man sehr gesellig, behandelt sich freundschaftlich und hat immer Zeit für ein Schwätzchen.

Der erste Kulturschock ist überwunden, es ist Freitagabend, der Lehrer ruft beim Verlassen des Zimmers: “Hasta Luego!” (Bis Später!). Die Japanerin fragt sich schon, ob es wohl noch eine Abendklasse gibt.  Doch nein, “Hasta Luego” ist die am weitesten verbreitete Art, sich zu verabschieden (weit mehr noch als ‘adíos’). Es wird selbst dann verwendet, wenn man davon ausgehen muss, dass man sich wohl nicht mehr sehen wird. Will man ‘Bis später’ ausdrücken, so sagt man in Spanien ‘Hasta ahora’ (Bis jetzt)! Ein verschobenes Zeitverständnis…

Einige Wochen später und um einige Spanischkenntnisse reicher, antwortet die Japanerin auf die Frage, ob sie die Hausaufgaben gemacht habe:  ‘¡Mañana, mañana!’ (Morgen, morgen!) – im Wissen, dass ‘morgen’ in Spanien genauso gut ‘in einer Woche’ oder ‘gar nie’ heissen kann…

Schlagwörter: , ,


Aug 25 2011

Penélope Cruz – Die berühmteste Schauspielerin Spaniens

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 10:41
Penélope Cruz in "Volver"

Penélope Cruz in "Volver"

Mit 13 Jahren sieht sie den Film ¡Átame! und setzt sich ein Ziel: irgendwann möchte sie in einem Film des berühmten Regisseurs Pedro Almodóvar vor der Kamera stehen. Und sie würde nicht nur das erreichen. Penélope Cruz ist heute eine Film-Ikone, kein spanischer Schauspieler schaffte es bisher zu derartigem internationalen Ruhm, wie sie es tat.

Die Aufmerksamkeit zieht sie durch kleinere Auftritte in Videoclips, Werbespots und Fernseh-Shows in Spanien auf sich. Schliesslich moderiert sie eine TV-Show und erhält später eine Rolle in einer TV-Serie. Ihr Film-Debut in “Das griechische Labyrinth” ist allerdings noch nicht ihr grosser Durchbruch. Der gelingt ihr mit dem Kultfilm “Jamón, jamón”. Der Film dreht sich um Beziehungen, spanisches Macho-Gehabe und ist durchzogen von zweideutiger Symbolik. Internationale Aufmerksamkeit erhält Penélope erstmals, als der Film “Belle Époque” einen Oskar in der Kategorie ‘Ausländischer Film’ erhält. Pé, wie sie von Freunden genannt wird, wird wegen des erotischen Gehalts der Filme und ihrem Aussehen das Potenzial zum Sex-Symbol zugeschrieben – wobei ihre schauspielerischen Fähigkeiten in keinster Weise in Zweifel gestellt werden. Um dieses Image nicht zu zementieren, zeigte sie lange Jahre im Film keine nackte Haut mehr. Bis zu dem Film, der passenderweise “Öffne deine Augen” heisst.

Penélope Cruz in "Vicky Cristina Barcelona"

Penélope Cruz in "Vicky Cristina Barcelona"

1997 erfüllt sich ihr Traum, mit Pedro Almodóvar zu drehen. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft, Penélope würde zahlreiche weitere Filme mit ihm drehen. Pé erlangt weitere internationale Aufmerksamkeit durch ihr Mitwirken an Almodóvars Film “Todo sobre mi madre”, der einen Oskar gewann. Es folgt schliesslich auch der Durchbruch in Hollywood. Sie spielt mit Johnny Depp in “Blow” und mit Tom Cruise in “Vanilla Sky”, um nur zwei Beispiele zu nennen. Penélope wird zum internationalen Star. Dann spielt sie die Hauptrolle in Almodóvars “Volver” und wird mit dem Preis der besten weiblichen Darstellerin des Film-Festivals in Cannes ausgezeichnet. Für einen Oskar reichte es damals nicht. Doch kurz später würde sie auch diese höchste Auszeichnung der Filmwelt bekommen. Mit ihrer Rolle in Woody Allens “Vicky Cristina Barcelona” erreicht sie 2009 den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere: sie gewinnt einen Oskar, ein weiterer Traum geht für sie in Erfüllung.

Schlagwörter: , ,


Jun 02 2011

Mit der Escuela Delengua die magische Nacht von San Juan erleben – ein unvergessliches Erlebnis

Der Mond während der magischen Nacht von San Juan

Der Mond während der magischen Nacht von San Juan

Die Elemente der Erde sind die Protagonisten bei dem großen granadinischen Fest, der Nacht der Sommersonnenwende. Wasser und Feuer sind die Basisbestandteile des Festes, weil sie in alten Ritualen zur Sommersonnenwende vereint waren. Daher feiert man die Nacht von San Juan immer in der Nähe eines Flusses, eines Sees oder des Meers und mit großen Lagerfeuern. Auch in der Provinz und in der Stadt von Granada wird die Ankunft des Sommers mit Lagerfeuern und Grillfesten gefeiert. Die Dörfer der Provinz ergänzen die Basiselemente für gewöhnlich mit verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen, so auch das Rathaus Granadas.Viele Menschen sagen, dass die Nacht von San Juan die magischste des ganzen Jahres ist. Eigentlich ist die kürzeste Nacht des Jahres schon am 21. Juni. Daher beginnen die Feierlichkeiten in Granada schon einige Tage vor der magischen Nacht am 23. Juni, aber enden nach der gleichen Art, wie in den Dörfern. Mit einem Gartenfest und der traditionellen Grillparty in der Nähe des Flusses Genil wird der Sommer in der Nacht seiner Ankunft willkommen geheißen. Auch die Sprachschule Escuela Delengua nimmt jedes Jahr an den traditionellen Festen teil und lässt es sich den Moment nicht entgehen, wenn die Lagerfeuer

Das Feuer soll der Sonne Kraft verleihen

Das Feuer soll der Sonne Kraft verleihen

angezündet werden, damit sie der Sonne mehr Kraft geben. Denn die Nacht der Ankunft des Sommers heißt auch gleichzeitig, dass die Tage anfangen, kürzer zu werden. Die Flammen der Lagerfeuer helfen der Sonne, die von diesem Tag an schwächer und schwächer wird. Die Nacht von San Juan, das heißt die Sommersonnenwende, wird für gewöhnlich in vielen Ländern der Welt gefeiert. Neben Spanien gibt es ebenfalls Feiern in Portugal (Fogueiras de São João), Norwegen (Jonsok), Dänemark (Sankthans), Schweden (Midsommar), Finnland (Juhannus) und Grossbritannien (Midsummer). In Südamerika gibt es zum Beispiel in Brasilien die Festas Juninas, und in Venezuela feiert man die Nacht von San Juan wie in Spanien.

Verbinde Deinen Granadaaufenthalt mit einem Spanisch Sprachkurs in der Escuela Delengua und erlebe mit uns die magische Nacht von San Juan.

Schlagwörter: , , ,


Apr 21 2011

Granada für Feinschmecker

Granada ist Kultur pur, doch nicht nur. Wer sich hier aufhält, wie etwa die Sprachschüler der Escuela Delengua, wird in Granada auch kulinarisch auf den Geschmack kommen. Zwar gilt Granada als die Stadt der Tapas, doch sie hat weit mehr zu bieten als die kleinen Snacks, die man hier gratis zum Getränk erhält.

Granadas Lage zwischen dem Meer und den Bergen erlaubt es seinen Einwohnern, verschiedenste Nahrungsmittel frisch zu beziehen: Entweder aus den höheren Regionen der Sierra Nevada, oder aus den fruchtbaren Ebenen, die sich gegen das Mittelmeer hinziehen. Die Araber, die Granada lange beherrschten, hinterliessen auch kulinarische Spuren. Unter anderem waren die Gewürze ein wichtiger Beitrag, die die Araber zum kulinarischen Leben Granadas beisteuerten.

Gazpacho - eine erfrischende Suppe nach granadinscher Art

Gazpacho - eine erfrischende Suppe nach granadinscher Art

Ein Highlight aus Granadas Küche wäre zum Beispiel eine granadinische Version einer Tortilla, die Tortilla del Sacramonte. Gazpacho, eine erfrischende Suppe, die kalt zu sich genommen wird, reichert man in Granada mit Bohnen und Kabeljaustückchen an. Patatas a lo pobre, Kartoffeln, zubereitet nach der Art des Armen, sind nicht etwa arm an Geschmack. Es sind gebratene Kartoffeln mit viel Peperoni und Zwiebeln. Aus breitem Schinken und Bohnen wird weiter ein köstliches Gericht zubereitet, das man auf Spanisch als ‘Habas con Jamón’ bezeichnet. Die Liste könnte noch um zahlreiche weitere Gaumenschmäusse erweitert werden.

Patatas a lo pobre - Einer der vielen Gaumenschmäusse Granadas

Patatas a lo pobre - Einer der vielen Gaumenschmäusse Granadas

Wer sich das Restaurant nicht leisten kann, soll am besten selber kochen. Konkrete Rezepte finden sich auf der Website der ‘Escuela Delengua’. Die Schule in Granada möchte nicht nur die spanische Kultur und Sprache vermitteln, sondern auch die kulinarische Seite dieser schönen Stadt ihren Schüler näher bringen. Die Schule befindet sich im unteren Bereich des Albaycin. Das idyllische Araber-Viertel bietet exotische Teestuben und Restaurants, die verschiedenste Gerichte aus diesem Kulturkreis anbieten.  Nicht weit von hier findet man auch verschiedenste Tapas-Bars und Restaurants, die typisch spanische Gerichte auf der Menü-Karte haben. Für Feinschemcker, die Spanisch  lernen möchten, ist die Escuela Delengua mit Ihrer Lage also eine gute Adresse.

Schlagwörter: , ,


Mrz 11 2011

Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939: Ein Konflikt in Spanien von grosser Bedeutung für Europa und die Welt

Soldat im Spanischen Bürgerkrieg, der von Kugel getroffen wird

Soldat im Spanischen Bürgerkrieg, der von Kugel getroffen wird

In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts tobte auf der spanischen Halbinsel ein äusserst brutaler Konflikt. Der Spanische Bürgerkrieg war nicht nur für die spanische Bevölkerung eine Tragödie, sondern auch für den Verlauf der Geschichte Europas und der Welt richtungsweisend. Er führte geradewegs in den verheerendsten Konflikt der jüngeren Vergangenheit: den Zweiten Weltkrieg.

Die spanische Gesellschaft ist anfangs der 1930er Jahre tief gespalten. Auf der einen Seite stehen Adel, Monarchisten, Grossbürgertum, Militär und zunehmend auch Faschisten. Die mächtige katholische Kirche indentifiziert sich ebenfalls stark mit dem rechtsbürgerlichen Lager. Hierarchie, Grossgrundbesitz, Abhängigkeitsverhältnisse, gegen all das wehrt sich das linke Lager, das genauso heterogen und in sich zerstritten ist wie die rechte Seite. Auch Anarchisten, Kommunisten, Sozialisten und regionalpatriotische Gruppierungen aus dem Baskenland und Katalonien gehören dazu. Die Arbeiterschaft sieht sich angesichts der Machtposition einer kleinen Gruppe marginalisiert und rechtlos.

Die Ereignisse, die zum Ausbruch des Bürgerkriegs führen sind chaotisch. Es kommt zu Übergriffen auf Geistliche von linksradikaler Seite, hunderte werden getötet. Die linksrepublikanische Regierung ist zu schwach, um für Ordnung zu sorgen. Reaktionäre Gruppierungen gewinnen an Einfluss, Enteignungen von Grossgrundbesitzern und Industriellen und deren Verfolgung werden Realität. Die traditionelle Machtelite sieht sicht unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Währenddessen plant eine Gruppe von Offizieren einen Putsch zur “Rettung Spaniens”. Die Pläne sind ein offenes Geheimnis, die linke Regierung ist zu zerstritten, um wirkungsvoll dagegen vorzugehen.

Flüchtling im Spanischen Bürgerkrieg

Flüchtling im Spanischen Bürgerkrieg

Im Juli 1936 schlagen die Militärs los. Es beginnt ein bewaffneter Konflikt, der sich über drei Jahre hinziehen sollte. Spanier kämpfen gegen Spanier, die Spaltung der Gesellschaft ist extrem, der Krieg von grässlichster Brutalität gekennzeichnet: Tausende sterben während Massenerschiessungen und sogenannten “Säuberungen”. Der spanische Bürgerkrieg hinterliess tiefe Wunden in der spanischen Gesellschaft, die bis heute nicht vollständig verheilt sind.

Die internationale Dimension des Konflikts ist entscheidend. In Italien und Deutschland kommen die Faschisten an die Macht, die Europa bald in den Abgrund stürzen sollten. In der Sowjetunion herrschen nach der bolschewistischen Oktoberrevolution die Kommunisten. Frankreich und Grossbritannien nehmen eine gemässigte Haltung ein. Spanien wird später von Historikern als “Schlachtfeld der Ideologien” bezeichnet. Deutschland und Italien unterstützen die Aufständischen Rechts-Konservativen stark; ohne ihre Hilfe wäre der Krieg nicht zu gewinnen gewesen, befinden die Historiker. Die Sowjetunion liefert Hilfe an die andere Seite, allerdings zurückhaltend, man will Hitler nicht provozieren. Grossbritannien setzt sich vehement gegen Waffenlieferungen ein, es verfolgt eine starke “Besänftigungs-Politik”, die sich später als fatal herausstellen würde. Frankreich hingegen fürchtet eine faschistische Diktatur in Spanien, liefert aber auf Druck Grossbritanniens nur sehr begrenzt Waffen an Spanien.

Die Niederlage des linken Lagers zeichnet sich ab. General Franco gewinnt durch seine militärischen Siege an Popularität im Volk und hat die Unterstützung Hitlers. Dieser beginnt nach dem Ende des Bürgerkriegs in Spanien den Zweiten Weltkrieg. Spanien diente als Übungsfeld für die deutsche Luftwaffe. Auch bildeten sich die Koalitionen der Kriegsparteien, entscheidend dabei ist die Annäherung Deutschlands und Italiens. Hilter sah während dem Bürgerkrieg, dass sich andere Mächte, allen voran Grossbritannien, hüteten in andere Konflikte einzugreifen und einem Agressor Einhalt zu gebieten. Insofern war der Spanische Bürgerkrieg eine schreckliche Tragödie – für Spanien und auch für den Rest der Welt.

Schlagwörter: ,


Nächste Seite »