Apr 21 2011

Granada für Feinschmecker

Granada ist Kultur pur, doch nicht nur. Wer sich hier aufhält, wie etwa die Sprachschüler der Escuela Delengua, wird in Granada auch kulinarisch auf den Geschmack kommen. Zwar gilt Granada als die Stadt der Tapas, doch sie hat weit mehr zu bieten als die kleinen Snacks, die man hier gratis zum Getränk erhält.

Granadas Lage zwischen dem Meer und den Bergen erlaubt es seinen Einwohnern, verschiedenste Nahrungsmittel frisch zu beziehen: Entweder aus den höheren Regionen der Sierra Nevada, oder aus den fruchtbaren Ebenen, die sich gegen das Mittelmeer hinziehen. Die Araber, die Granada lange beherrschten, hinterliessen auch kulinarische Spuren. Unter anderem waren die Gewürze ein wichtiger Beitrag, die die Araber zum kulinarischen Leben Granadas beisteuerten.

Gazpacho - eine erfrischende Suppe nach granadinscher Art

Gazpacho - eine erfrischende Suppe nach granadinscher Art

Ein Highlight aus Granadas Küche wäre zum Beispiel eine granadinische Version einer Tortilla, die Tortilla del Sacramonte. Gazpacho, eine erfrischende Suppe, die kalt zu sich genommen wird, reichert man in Granada mit Bohnen und Kabeljaustückchen an. Patatas a lo pobre, Kartoffeln, zubereitet nach der Art des Armen, sind nicht etwa arm an Geschmack. Es sind gebratene Kartoffeln mit viel Peperoni und Zwiebeln. Aus breitem Schinken und Bohnen wird weiter ein köstliches Gericht zubereitet, das man auf Spanisch als ‘Habas con Jamón’ bezeichnet. Die Liste könnte noch um zahlreiche weitere Gaumenschmäusse erweitert werden.

Patatas a lo pobre - Einer der vielen Gaumenschmäusse Granadas

Patatas a lo pobre - Einer der vielen Gaumenschmäusse Granadas

Wer sich das Restaurant nicht leisten kann, soll am besten selber kochen. Konkrete Rezepte finden sich auf der Website der ‘Escuela Delengua’. Die Schule in Granada möchte nicht nur die spanische Kultur und Sprache vermitteln, sondern auch die kulinarische Seite dieser schönen Stadt ihren Schüler näher bringen. Die Schule befindet sich im unteren Bereich des Albaycin. Das idyllische Araber-Viertel bietet exotische Teestuben und Restaurants, die verschiedenste Gerichte aus diesem Kulturkreis anbieten.  Nicht weit von hier findet man auch verschiedenste Tapas-Bars und Restaurants, die typisch spanische Gerichte auf der Menü-Karte haben. Für Feinschemcker, die Spanisch  lernen möchten, ist die Escuela Delengua mit Ihrer Lage also eine gute Adresse.

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Mrz 11 2011

Der Spanische Bürgerkrieg 1936-1939: Ein Konflikt in Spanien von grosser Bedeutung für Europa und die Welt

Soldat im Spanischen Bürgerkrieg, der von Kugel getroffen wird

Soldat im Spanischen Bürgerkrieg, der von Kugel getroffen wird

In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts tobte auf der spanischen Halbinsel ein äusserst brutaler Konflikt. Der Spanische Bürgerkrieg war nicht nur für die spanische Bevölkerung eine Tragödie, sondern auch für den Verlauf der Geschichte Europas und der Welt richtungsweisend. Er führte geradewegs in den verheerendsten Konflikt der jüngeren Vergangenheit: den Zweiten Weltkrieg.

Die spanische Gesellschaft ist anfangs der 1930er Jahre tief gespalten. Auf der einen Seite stehen Adel, Monarchisten, Grossbürgertum, Militär und zunehmend auch Faschisten. Die mächtige katholische Kirche indentifiziert sich ebenfalls stark mit dem rechtsbürgerlichen Lager. Hierarchie, Grossgrundbesitz, Abhängigkeitsverhältnisse, gegen all das wehrt sich das linke Lager, das genauso heterogen und in sich zerstritten ist wie die rechte Seite. Auch Anarchisten, Kommunisten, Sozialisten und regionalpatriotische Gruppierungen aus dem Baskenland und Katalonien gehören dazu. Die Arbeiterschaft sieht sich angesichts der Machtposition einer kleinen Gruppe marginalisiert und rechtlos.

Die Ereignisse, die zum Ausbruch des Bürgerkriegs führen sind chaotisch. Es kommt zu Übergriffen auf Geistliche von linksradikaler Seite, hunderte werden getötet. Die linksrepublikanische Regierung ist zu schwach, um für Ordnung zu sorgen. Reaktionäre Gruppierungen gewinnen an Einfluss, Enteignungen von Grossgrundbesitzern und Industriellen und deren Verfolgung werden Realität. Die traditionelle Machtelite sieht sicht unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Währenddessen plant eine Gruppe von Offizieren einen Putsch zur “Rettung Spaniens”. Die Pläne sind ein offenes Geheimnis, die linke Regierung ist zu zerstritten, um wirkungsvoll dagegen vorzugehen.

Flüchtling im Spanischen Bürgerkrieg

Flüchtling im Spanischen Bürgerkrieg

Im Juli 1936 schlagen die Militärs los. Es beginnt ein bewaffneter Konflikt, der sich über drei Jahre hinziehen sollte. Spanier kämpfen gegen Spanier, die Spaltung der Gesellschaft ist extrem, der Krieg von grässlichster Brutalität gekennzeichnet: Tausende sterben während Massenerschiessungen und sogenannten “Säuberungen”. Der spanische Bürgerkrieg hinterliess tiefe Wunden in der spanischen Gesellschaft, die bis heute nicht vollständig verheilt sind.

Die internationale Dimension des Konflikts ist entscheidend. In Italien und Deutschland kommen die Faschisten an die Macht, die Europa bald in den Abgrund stürzen sollten. In der Sowjetunion herrschen nach der bolschewistischen Oktoberrevolution die Kommunisten. Frankreich und Grossbritannien nehmen eine gemässigte Haltung ein. Spanien wird später von Historikern als “Schlachtfeld der Ideologien” bezeichnet. Deutschland und Italien unterstützen die Aufständischen Rechts-Konservativen stark; ohne ihre Hilfe wäre der Krieg nicht zu gewinnen gewesen, befinden die Historiker. Die Sowjetunion liefert Hilfe an die andere Seite, allerdings zurückhaltend, man will Hitler nicht provozieren. Grossbritannien setzt sich vehement gegen Waffenlieferungen ein, es verfolgt eine starke “Besänftigungs-Politik”, die sich später als fatal herausstellen würde. Frankreich hingegen fürchtet eine faschistische Diktatur in Spanien, liefert aber auf Druck Grossbritanniens nur sehr begrenzt Waffen an Spanien.

Die Niederlage des linken Lagers zeichnet sich ab. General Franco gewinnt durch seine militärischen Siege an Popularität im Volk und hat die Unterstützung Hitlers. Dieser beginnt nach dem Ende des Bürgerkriegs in Spanien den Zweiten Weltkrieg. Spanien diente als Übungsfeld für die deutsche Luftwaffe. Auch bildeten sich die Koalitionen der Kriegsparteien, entscheidend dabei ist die Annäherung Deutschlands und Italiens. Hilter sah während dem Bürgerkrieg, dass sich andere Mächte, allen voran Grossbritannien, hüteten in andere Konflikte einzugreifen und einem Agressor Einhalt zu gebieten. Insofern war der Spanische Bürgerkrieg eine schreckliche Tragödie – für Spanien und auch für den Rest der Welt.

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Jan 04 2011

Der Tag der Heiligen drei Könige

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 12:14
Die Heiligen drei Könige

Die Heiligen drei Könige

Vielleicht der wichtigste Tag im Jahr für die Kinder aus Spanien und Lateinamerika ist der der Heiligen drei Könige, oder der Weisen aus dem Abendland. Ähnlich wie der angelsächsische Brauch von Santa Claus, wird dieser Tag in Spanien und Lateinamerika als Familiefest gefeiert. So wichtige für die Kinder ist dieser Tag wegen der Geschenke, die sie in der Nacht vom 5. Januar bekommen. Dem Brauch nach schreibt jedes Kind, einige Zeit vorher, einen Brief an die Könige, der seine Wünsche enthält und die Versicherung, dass es auch brav war. Denn die Kinder, die sich schlecht benommen haben, die erwartet “Carbón Dulce” anstelle von Geschenken.Regelmäßig erscheinen die Könige in Einkaufszentren oder Geschenkeläden während der vorangehenden Wochen. Dort haben die Kinder die Möglichkeit ein Foto zu machen und ihre Wunschbriefe direkt abzugeben.

In Spanien bringen die Heiligen drei Könige für gewöhnlich die Geschenke über den Balkon, auf dem die Kinder ihre Schuhe aufgestellt haben. Manchmal legen sie auch Süßigkeiten für die Besucher und Stroh für die Kamele dazu.

In einigen Städten feiert man die Heiligen drei Könige mit einem Umzug am 5. Januar. Auch in Granada, der Stadt der Escuela Delengua, die Sprachkurse anbietet, feiert man diesen Tag mit einem solchen Umzug. Auf Pferden reitend oder auf Wagen, ziehen die Könige Melchior, Kaspar und Balthasar durch die Straßen, begleitet von einem Gefolge und tausenden Schaulustigen.

Der folgende Tag, der 6. Januar, ist ein nationaler Feiertag in Spanien und die Mehrheit der Menschen verbringt ihn in der Familie. Außerdem haben die Kinder zeit ihre Gaben zu genießen

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Nov 19 2010

Das Albayzin – Die Escuela Delengua befindet sich im schönsten Viertel Granadas

Das Albayzin von der Alhambra aus gesehen

Das Albayzin von der Alhambra aus gesehen

Das Albayzin zählt zu Granadas schönsten Vierteln. Es ist UNESCO Weltkulturerbe. Die Spanisch-Schule Escuela Delengua befindet sich mitten drin. Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen, vorbei an den weissen Häuser, die sich bis hoch uf die Hügel hinaufziehen, ist ein absolutes Muss für jeden Granada-Besucher.

Durch die Nähe Andalusiens zu Nordafrika gibt es hier viele arabische Einwanderer. Lange Zeit war Granada unter der Kontrolle der Araber, was vor allem im Albayzin unübersehbar ist. Hier haben sich sehr viele Einwanderer niedergelassen, arabisch hört man in den Strassen, der Einfluss ist unverkennbar. Die meisten kommen über die kleine Strasse Caldereria Nueva ins Albayzin. Diese Strasse ist eng, auf Steinpflasterboden führt sie den Hügel hinauf. Dutzende kleine Läden und arabische Teestuben befinden sich entlang des Weges. In den Teestuben kann man zwischen den verschiedensten Teesorten wählen. In vielen Teehäusern gehört die Wasserpfeife zur Standardausstattung eines Tischs. Geht man die Cadereria Nueva ca. 20 Meter weiter hinauf, kommt rechts eine Querstrasse, die in die Caldereria Vieja führt. Hier befindet sich die Escuela Delengua – mittendrin! Die Schüler der Schule profitieren von der guten Lage, nicht wenige zählen zu den Stammgästen der Teestuben oder den Kebabständen.

Ein besonderes Erlebnis ist ein Sonneuntergang im Albazyin. Dazu muss man die Berge hinauf auf einen der vielen Aussichtspunkte steigen. Der beliebteste ist der Mirador de San Nicholas. Von der Schule aus ist er in etwa 10 Minuten zu erreichen. Der Fussmarsch lohnt sich wirklich, denn der Aussichtspunkt befindet sich direkt gegenüber der Alhambra. Zudem geniesst man eine gewaltige Aussicht über die ganze Stadt. Wenn die Sonne untergeht, färbt sich die Alhambra rot. Auf dem Platz bei der Kirche San Nicholas treffen sich die verschiedensten Leute. Sie spielen Gitarre, trinken ein kühles Bier oder geniessen einfach nur die Aussicht und den Sonnenuntergang.

Die Escuela Delengua bietet immer wieder geführte Stadtrundgänge auch durch das Albayzin an. Eine Lehrperson führt die Schüler zu den schönsten Plätzen des Viertels und klärt sie über Geschichte und Kultur auf. Granadas Kultur hautnah erleben – Delengua machts möglich.

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Okt 22 2010

Granada, die Stadt der Tapas

Granada, die Stadt der Tapas

Granada, die Stadt der Tapas

Ein reichhaltige Auswahl an Tapas

Ein abwechslungsreiche Auswahl an Tapas

Tapas sind ohne Zweifel Teil der spanischen Kultur. Eine Tapa ist eine kleine Portion von Snacks, die man zu einem Getränk gereicht bekommt. Die Bedeutung von Tapas für die Spanier geht aber weit über die reine Nahrungsaufnahme hinaus.  Tapas essen gehen ist eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung, bei der das Soziale genau so wichtig ist wie das Kulinarische. Man trinkt ein bisschen, schwatzt ein bisschen, isst ein bisschen und normalerweise wechselt man nach einer oder zwei Tapas die Bar. So schlendert man durch die Strassen auf der Suche nach der nächsten Bar und Tapas essen wird zum Spaziergang.

In einigen Städten erhält man die Tapas kostenlos zu einem Getränk, so auch in Granada. Deshalb ist Tapas essen gehen hier besonders beliebt. Es gibt hunderte von Bars in dieser Stadt und die meisten sind immer sehr gut besucht. Die Tapas-Bars prägen das Stadtbild und beeinflussen den Lebensstil der Einwohner.

Eine Tapa kann fast alles sein. Ein paar Oliven, ein Hamburger, gebratene Kartoffeln mit Sauce oder ein Salat. Viele Bars spezialisieren sich auf gewisse Tapas. So kriegt man im arabisch geprägten Viertel Albaycin zum Beispiel Couscous als Tapas, beim Japaner Sushi. Tapas ersetzen also schnell mal eine Mahlzeit. Sie schmecken gut und sind günstig. Für maximal 2 Euro kriegt man ein Getränk nach Wahl – Bier, Tinto de Verano, Saft oder Softgetränke – eine Tapa inklusive.

Das Wort “tapar” bedeutet im Spanischen “zudecken”. Woher der Name Tapa stammt, ist umstritten. Einige sagen, man hätte die Getränke früher mit einem kleinen Tellerchen zugedeckt, um sie vor Insekten zu schützen und dann das Tellerchen noch mit Essen garniert. Andere führen die Entstehung der Tapas auf König Alfons X. von Kastilien zurück, der während einer längeren Krankheit nur kleine Häppchen zu sich nehmen konnte, was ihm aber so zusagte, dass er später befahl, Wein dürfe nur noch zusammen mit kleinen Mahlzeiten serviert werden. Eine plausible und einfache Erklärung ist die, dass die Tapas einfach den Appetit “decken” sollen. Wie auch immer – Tapas sind sowohl ein kulinarisches, wie auch soziales Erlebnis. Wer Granada besucht, sollte sich diesen Schmaus auf keinen Fall entgehen lassen!

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Okt 07 2010

Die Alhambra, das Herz Granadas

Eindrücklich - Die Alhambra in Granada, Spanien

Faszinierend - Die Alhambra in Granada, Spanien

Über 1000 Jahre schon thront die Festung Alhambra eindrucksvoll über Granada, hinter ihr die gewaltige, weisse Sierra Nevada, vor ihr die weitgezogene Stadt. Die Alhambra erlebte die bewegte Geschichte Granadas, die wechselnden Herrschaften von Spaniern und Arabern, Kriege und Blütezeiten. Heute ist sie die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens.

Was ist die Alhambra? Ursprünglich wurde sie aus militärischen Gründen gebaut. Die strategisch günstige Lage auf dem Hügel, von hinten geschützt durch das Gebirge, von der Seite durch Gewässer mit Blick über die ganze Stadt bis weit in die Ferne, machte den Ort zum idealen Platz für den Bau einer Festung, auf Spanisch ‘alcazaba’. Obwohl die Alhambra vermutlich schon seit dem 9. Jahrhundert existiert, liessen sich die Ziridenherrscher vorerst im gegenüberliegenden Viertel ‘Albaycin’ nieder. Erst im 13. Jahrhundert mit der Machtübernahme des ersten Nasridenkönigs (Mohammed I., 1238-1273) wurde die Alhambra zum Königspalast, auf Spanisch ‘alcázar’. König Mohammed I. fing an, die Alhambra zu renovieren und auszubauen. Die Alhambra wurde  zur eigentlichen Stadt in der Stadt, der Ausbau läutete eine Blütenzeit für Granada und die Alhambra ein. Sie fungierte als Festung, Palast und als Stadt für sich: als ‘alcazaba’, ‘alcázar’ und ‘medina’. Diese dreifache Funktion erklärt die grosse Bedeutung der Alhambra für die Stadt Granada.

Die Alhambra in Granada verfügt über ein raffiniertes System der Wasserversorgung

Die Alhambra in Granada verfügt über ein raffiniertes System der Wasserversorgung

Die nachfolgenden Könige der Dynastie, Mohammed II. und III., führten den Ausbau der Festung weiter. Es entstanden der Wachturm und der Ehrenturm, die Alhambra wurde ummauert und die Wasserversorgung aus dem Fluss Darro wurde sichergestellt. Die raffinierten Wassersysteme zeugen von dem technologischen Fortschritt, den Granada in dieser Blütezeit erlebte. Weiter wurde eine Moschee errichtet, die nach der Eroberung durch die Katholischen Könige von Spanien in eine Kapelle umgewandelt wurde. Auch wurden arabische Bäder gebaut, die bis heute genutzt werden. Unter den Katholischen Königen wurden später zahlreiche weitere Bauten errichtet.

Die Einflüsse der arabischen sowie abendländischer Kulturen verleihen der Alhambra einen einzigartigen Charakter. Bis heute fasziniert die Festung durch ihrer Schönheit und ihre eindrückliche kulturelle Vielfalt.

Die Escuela Delengua organisiert für ihre Sprachschüler regelmässig Ausflüge zur Alhambra, denn die Alhambra ist das Herz Granadas, und ihr Besuch ein absolutes Muss!

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Sep 23 2010

‘Ich bin Zigeuner’ – Über die Roma in Granada

Ein Flamenco-Konzert in einer Cueva im Sacromonte

Ein Flamenco-Konzert in einer Cueva im Sacromonte

Neben christlichen, arabischen und jüdischen Einflüssen, bestimmt eine weitere Bevölkerungsgruppe die Kultur von Granada: die Roma. Wer sind die Roma? Woher kommen sie? Die Zigeuner, wie sie noch heute viele abwertend nennen, sind allgegenwärtig in Granada, doch weiss man nicht viel über sie.

Viele verbinden die Roma mit Osteuropa. Ihren Ursprung haben sie jedoch im Norden Indiens. Eine These besagt, dass die Roma (und Sinti) ab dem 14. Jahrhundert ihre Heimat verliessen und als Handwerker mit den mongolischen Armeen Richtung Europa zogen. So wurden sie vom sesshaften zum fahrenden Volk. Bis heute gibt es Romagruppen, die umherziehen und Handwerks- und Kunstarbeiten anbieten. Im 16. Jahrhundert kamen sie in Spanien an. In Granada sind sie heute ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens.

Camarón de la Isla gilt als einflussreichster Flamenco-Musiker allerzeiten. Eines seiner meist verkauften Alben heisst ‘Soy gitano’, auf deutsch ‘Ich bin ein Zigeuner’. Die Roma nahmen nach ihrer Ankunft in Andalusien den Flamenco auf und entwickelten ihn weiter. Das Sacramento, ein Viertel in Granada, gilt heute als Roma- oder Höhlenviertel. Die sogenannten Cuevas sind regelrechte Höhlenwohnungen in den Hügeln Granadas. Sie werden mehrheitlich von Roma bewohnt. Ein besonderes Erlebnis ist es, durch das Sacromonte zu spatzieren und in einer der Cuevas ein Flamenco-Konzert zu besuchen.

Das Sacromonte, auch genannt Roma- oder Höhlenviertel

Das Sacromonte, auch Roma- oder Höhlenviertel genannt

Leider ist die Situation der Roma in Spanien nicht einfach. Lange Zeit wurden sie kaum geduldet und lebten am Rande der Gesellschaft. In den Vororten Granadas leben viele Roma in bedauerlichen Zuständen. Die Roma blieben von Sozialstaat und Gesellschaftssystem ausgeschlossen. Ihre Bedeutung als Teil der regionalen Kultur wurde weitgehend ignoriert. Dank der Arbeit von sozialen Organisationen hat jedoch ein Umdenken stattgefunden. Die Roma können heute mehrheitlich von den öffentlichen Institutionen, wie der Schule und der Gesundheitsversorgung, profitieren. Noch immer haben es die Roma jedoch sehr schwer. Ein Besuch einer sozialen Organisation, die sich für die Roma einsetzt, kann ein bereicherndes Erlebnis sein und dabei helfen, die Situation der Roma zu verbessern.

Die Escuela Delengua in Granada führt regelmässig Ausflüge in das Sacromonte durch. Die Lehrpersonen geben dabei gerne Auskunft über die Kultur und Geschichte der Roma, die Cuevas und den Flamenco. Delengua versucht so, den Schülern anhand der Sprache auch ein tieferes Verständnis von Kultur und sozialer Realität in Granada zu vermitteln.

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Jun 07 2010

Camarón de la Isla – ‘Der Spiegel der andalusischen Seele’

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 13:58
Camarón sang äusserst intensiv und leidenschaftlich

Camaróns Gesang: intensiv und leidenschaftlich

Eine Gitarre, feines Händeklatschen, eine Stimme. Flamenco kommt mit wenig aus und geht doch unter die Haut. Der Sänger Camarón de la Isla war der beste seines Fachs, ist man sich einig. In der Tat, sein unglaublich leidenschaftlicher Gesang macht Gänsehaut – und ihn selbst schlicht legendär. Der Musiker aus Andalusien hat Musikgeschichte geschrieben.

Er sei als Junge dünn und blondhaarig gewesen. Für einen Onkel sah er aus wie eine Garnele, auf Spanisch ‘Camarón’. Sein Heimatdorf San Fernando bei Cádiz ist eine Halbinsel, was ihm den Zusatzname ‘de la isla’, also ‘von der Insel’ bescherte. Die ‘Garnele von der Insel’ fiel schon als Kind durch seine musikalischen Fähigkeiten auf. Erst 18-jährig nahm er mit dem Gitarristen Paco de Lucía seine erste CD auf. Er feierte erste Erfolge. Dann begann seine musikalische Entwicklung. Vom traditionellen Flamenco ausgehend entwickelte er einen immer persönlicheren Stil und würde bald als grosser Innovator in die Musikgeschichte eingehen. Die CD’s ‘El camarón de la isla con la colaboración especial de Paco de Lucía’ und ‘Atrás del tuyo se va’ wurden zu grossen Erfolgen und markierten den Anfang einer musikalischen Revolution in der Welt des Flamenco.

Mit dem Album ‘La Leyenda del tiempo’ war diese definitv vollzogen. Camarón integrierte in seine Musik Elemente von Jazz, Rock und orientalischer Musik. Zudem führte er Instrumente ein, die vorher nie im Flamenco verwendet wurden: Bass, Querflöte, Schlagzeug und andere. Seine stilistischen Erneuerungen, wie zum Beispiel auch die Verwendung von neuen Rythmen, wurden von zahlreichen Musikern nachgeahmt. Camarón wurde zum grossen Star des Flamenco. Für einige seiner Texte verwendete er Gedichte des bekannten Schriftstellers Frederíco García Lorca aus Granada. Das Resultat war geballte andalusische Kunst – der Erfolg enorm.

Später arbeitete er mit dem Gitarristen Tomatito zusammen, dann mit Vicente Amigo. Mit letzterem nahm er seine meistverkaufte CD ‘Soy gitano’ auf. Die Aufnahmen der darauffolgenden CD im Jahr 1992 mussten unterbrochen werden. Camarón erkrankte an Lungenkrebs. Das Rauchen nahm der Flamencowelt seinen grössten Star. Er erlag dem Krebs noch im selben Jahr -  eine Legende ging zu Ende.

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Mai 24 2010

Mariana Pineda – Die Kämpferin für Freiheit und Gerechtigkeit aus Granada

Category: Spanische Kultur und Geschichtethomas @ 22:01

Sie war blond, hatte blaue Augen und eine helle Haut und sie liebte die Freiheit. Mariana Pineda von Granada gilt heute als spanische Nationalheldin. Ihren Kampf für die Prinzipien der Freiheit und Gerechtigkeit bezahlte sie im absolutistischen Spanien des  frühen 19. Jahrhunderts mit ihrem Leben.

Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit - Mariana Pineda lebte und starb für ihre Prinzipien

Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit - Mariana Pineda lebte und starb für ihre Prinzipien

Mit 15 Jahren heiratete sie einen liberalen Armeeoffizier, der wenige Jahre später starb und Mariana mit zwei Kindern alleine liess. In Spanien waren Kämpfe zwischen absolutistischen und liberalen Kräften im Gange. Mariana politisierte sich im jungen Alter von 18 Jahren immer stärker. Sie setzte sich für die Liberalen ein, die für das Erbe der französischen Revolution, für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, kämpften. Sie fälschte zum Beispiel Pässe für aufständische liberale Soldaten, um ihnen bei der Flucht zu helfen. Die Polizei wurde auf sie aufmerksam, durchsuchte ihr Haus, fand allerdings – vorerst – nichts verdächtiges.

Immer militanter half Mariana später bei der Befreiung ihres zum Tode verurteilten Cousins mit. Dieser war als hoher Militär bei einer Erhebung der Armee gegen den König beteiligt. Weiter versteckte sie gefährdete Personen in ihrem Haus und hielt Kontakt zu Verbindungsleuten in Gibraltar, das als sicherer Zufluchtsort für die Gesuchten galt. Die Polizei wurde erneut auf sie aufmerksam. Diesmal wurde sie fündig. Eine Flagge mit dem Schriftzug “Gleichheit, Freiheit und Gesetz” wurde ihr zum Verhängnis.

Mariana Pineda wurde der Verschwörung gegen den Staat angeklagt. Sie weigerte sich, Namen ihrer Komplizen preiszugeben. Am 26. Mai des Jahres 1830 brachte man sie zum Triumpfplatz in Granada, wo sie öffentlich durch die Garrotte hingerichtet wurde. Mariana Pinedas Hinrichtung sollte nicht nur eine Abschreckung gegenüber der liberalen Kräfte sein, sondern auch die politische Partizipation der Frau im Spanien des 19. Jahrhunderts verurteilen. Umso mehr wurde Pineda zum Symbol für Freiheit und Liberalismus, sowie für Frauenrechte. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galt sie als Vorbild und Märtyrerin, die sich für freiheitliche Werte opferte. Spanien sollte noch lange für diese Werte zu kämpfen haben. Erst 1975, mit dem Ende des Franco-Regimes, wurden Demokratie und Rechtsstaat in Spanien nachhaltig gefestigt.

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Mai 10 2010

Das Generalife – Paradiesische Gärten in Granada

Die Alhambra von Granada ist weltberühmt. Über Jahrhunderte haben verschiedene Könige und Herrscher die Alhambra verändert und erweitert. Deshalb ist die Festung, die über Granada thront, nicht eine homogenes Bauwerk, sondern besteht aus verschiedensten Einzelteilen. Eine besonders schöne Erweiterung der Alhambra sind die maurischen Gärten des Generalife.

Der Hof des Wasserkanals im Generalife in Granada

Der Hof des Wasserkanals im Generalife in Granada

Die Mauren waren über Jahrhunderte Herrscher von Granada. Ende des 13. Jahrhundert erlebte Granada eine Blütezeit. Es wurde gebaut, die Alhambra fleissig erweitert. Der maurische Herrscher Mohammed III., viel beschäftigt und erholungsbedürftig, gab den Auftrag oberhalb der Alhambra das Generalife anzuelegen. Die weitläufigen Gärten würden ihm und den zukünftigen Herrschern als Erholungsraum dienen. Obwohl das Generalife mittels einem kurzen Fussmarsch von der Alhambra aus zu erreichen ist, wurde es als ausserhalb der Alhambra betrachtet. Die Alhambra war nämlich nicht nur Festung und Königspalast, sondern eine eigentliche Stadt, ausgestattet mit allem was nötig war, innerhalb Granadas. So betrachteten die maurischen Herrscher das Generalife denn auch als ihre Sommerresidenz, die sie über einen überdachten Fussweg erreichen konnten.

Der Garten der Sultanin im Generalife in Granada

Der Garten der Sultanin im Generalife in Granada

Das Generalife ist wunderschön, es faszinieren vor allem die vielen Planzen und farbigen Blumen und die zahlreichen Brunnen und Teiche. Das Wasser frischte in der Sommerhitze, die bis über 40 Grad erreichen kann, auf. Der Bau besteht aus zwei Teilen. Erstens dem ‘Patio de la Acequia’, zu deutsch der ‘Hof des Wasserkanals’. Es handelt sich dabei um einen Innenhof, der über ein langes Becken mit kleinen Wasserfontänen verfügt. Rundherum finden sich Blumenbeete, Steinwege und verschiedene Pavillons. Der zweite Teil ist der ‘Garten der Sultanin’, der ‘Jardín de la Sultana’. Auch dieser Garten setzt sich aus Wasserläufen und Gärten zusammen. Eine paradiesische Umgebung, in der sich die Herrscher von Granada vergnügten und erholten.

In der späten Phase der maurischen Gärten wurde der Unterhalt der Gärten vernachlässigt. Die chirstlichen Herrscher, die später die Macht übernahmen veränderten und renovierten das Generalife. Es ist deshalb schwer zu sagen, wie es in seiner ursprünglichen Form ausgesehen hat. Die Escuela Delengua organisiert regelmässig geführte Ausflüge zur Alhambra, bei denen auch das Generalife besucht wird. Die Lehrpersonen geben gerne mehr Auskünfte über die Bauten.

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